Buch gestalten: Von Witwen und Waisen

Die Tücke steckt bekanntermaßen im Detail. Ein Buch gestalten kostet Zeit – das war mir von Anfang an bewusst.

Aber es ist etwas ganz anderes, wenn man mit einem Profi-System wie Adobe Indesign oder mit Scribus, einer Open Source-Software das Buch gestaltet – zumal ich nicht mit der jüngsten stabilen, sondern mit der aktuellen Version arbeite, die den Stand der derzeitigen Entwicklung abbildet. Auch wenn die Software ab und zu abstürzt, bietet sie eine Menge Vorteile, welche die offiziellen Version nicht bietet.

Was richtig Zeit kostet:

  • die Registerhaltigkeit. Damit ist gemeint, dass alle Textzeilen auf gegenüberliegenden Zeilen genau auf einer Höhe liegen.
  • Witwen bereinigen – das sind am Seitenanfang einzelne Zeilen eines Absatzes von der vorhergehenden Seite.
  • Waisen, also neue Absätze, die ganz verloren am Seitenende stehen – sieht auch bescheuert aus.
  • Gassen austreiben, die Wortzwischenräume gleichmäßig halten, damit keine hässlichen Lücken in den Zeilen entstehen. Denn sie stören den Lesefluss.
  • Die Fußnoten gehören innerhalb des Satzspiegels, dürfen nicht nach unten herausragen.
  • Die Bilder sind im druckfähigen PDF noch zu dunkel. Der Bildschirm täuscht einem nämlich größere Helligkeit in Fotos und Kartenmaterial vor, als sie später im gedruckt erscheinen. Also hatte ich die Bilder mit GIMP – ebenfalls Open Source – etwas dunkler eingestellt. Offenbar habe ich etwas übertrieben damit.

Ich bin eben kein gelernter Schriftsetzer, der kann das sicher noch viel besser als ich. Aber ich habe es seit Mitte der 1980er Jahre auf dem Computer gelernt – zunächst mit PageMaker, später mit QuarkXPress, danach mich Indesign und nun mit Scribus.

Ich gebe mir Mühe damit, denn es soll sich ja geschmeidig lesen lassen das Buch. Ob es noch im Februar gedruckt erscheinen ist eher unwahrscheinlich, zumal ich nicht jeden Tag daran arbeiten kann. Gut Ding will eben Weile haben. Wer nicht abwarten will, kann es natürlich vorab als E-Book lesen.

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